Verein

Mitte der siebziger Jahre war die Reitgruppe der Universität Bonn sportlich ausgesprochen erfolgreich und es hatte sich ein sehr engagiertes Kernteam gebildet, dass die Deutschen Hochschulmeisterschaften in Langenfeld zu einem Höhepunkt des rheinischen Turniergeschehens machte. Martin Richenhagen, Obmann der Bonner Reitgruppe, betrieb zur Finanzierung seines Studiums eine Reitanlage in Heister, die schnell zu einem Treffpunkt ambitionierter studentischer Dressurreiter wurde.

Geschichte

Nach intensiven Diskussionen über die finanziellen und haftungsrechtlichen Risiken im Zusammenhang mit der Gründung eines eingetragenen Reitvereins wurde ein Reitgruppenstammtisch kurzfristig zur Gründungsversammlung des Akademischen Reitclubs Bonn umgewandelt. Peter Jennissen, Jungfunktionär des Landesverbandes hatte eine Satzungsvorlage erarbeitet und renommierte Gründungsmitglieder wie Martin Spoo und Ulrich Hocker realisierten unter Leitung des Obmanns in weniger als einer Stunde die Vereinsgründung, da längere Diskussionen nicht zugelassen wurden und alle Beschlüsse zügig und einstimmig erfolgten. Ein klassisches Beispiel gut vorbereiteter Demokratur! Die Vision war die Integration des Studentenreitsports in Kreis- und Landesverband. Hintergedanke war, ähnlich wie in einer Verbindung, das akademische Flair zur Generierung besonders solcher Sponsoren zu nutzen, die zwar beruflich sehr erfolgreich aber schulisch eher unauffällig Karriere gemacht hatten. Von dieser Idee ließ sich der damalige Vorsitzende des Kreisverbandes Wolfram Hatesaul ohne weiteres schnell überzeugen.

Durch die Ausrichtung zahlreicher großer Dressurveranstaltungen machte der ARC bald auf sich aufmerksam. Kreismeisterschaften, Rheinische Meisterschaften und die bis heute unvergessenen Dressurfestivals auf der Bonner Hofgartenwiese schrieben Dressurgeschichte. Die Idee, wegen mangelnden Zuschauerinteresses die Dressur zu den Zuschauern zu bringen, wurde mit 40.000 Besuchern belohnt. Heute wird der vom ARC erfundene Name „Dressurfestival“ häufig verwendet. Die Innovationskraft des ARC setzte Zeichen und löste Trends aus. So ist die Verbindung von Show und Sport heute selbstverständlich. Der ARC war in diesem Bereich sehr kreativ und das Spektrum reichte vom Bundesheeresmusikcorps mit einem großen Zapfenstreich, über die Bonner Stadtsoldaten mit einer kompletten Kirmes, dem Engagement eines Zirkus, einer Kür mit Lifemusik, der Integration aller ADH-Studentensportler bis zur Modenschau.

Die ARC-Damen waren bei der Bewirtung der Ehrengäste ebenso im Einsatz wie als Models bei der Modenschau.
Die Mission „Dressursport für Dressurreiter von Dressurreitern“ wurde vorbildlich demonstriert. Bewirtung und Unterbringung von Pflegern, Pferden, Trainern und Teilnehmern war selbstverständlich kostenlos und Placierungen erfolgten sehr grosszügig. Alle Richter konnten eigene Dressurerfolge im Sattel nachweisen. Der ARC schrieb die erste FEI-Kür aus, die erste S-Dressur auf Trense, den ersten Dressurreiterwettbewerb Klasse S, die erste Dressurpferdeprüfung Klasse M und Pferde wie Rembrandt oder Rusty hatten beim ARC ihre Grand-Prix-Premiere.

Mit der Einbindung des ARC in die IG Kölner Reiter und des Dressurstalls Winkelhues konnten zahlreiche Sponsoren gewonnen werden. Die Firma Schaenzler hat mit Ehrenpreisen aus feinstem Silber alle Veranstaltungen ohne Unterbrechung von Anfang an unterstützt, Hoeveler stiftet bis heute die Stallplacketten und Haribo hat über Jahre ungezählte Prüfungen übernommen.
Auf der Basis der Dressurfestivals sind zahlreich LK-1 Dressurreiter Mitglieder des ARC geworden. Klangvolle Namen wie Klaus Balkenhol, Johann Hinnemann oder Jürgen Thumann haben dem Verein Profil gegeben.

Die Gründungmitglieder haben sich in der Zwischenzeit auch beruflich durchsetzen können, der ARC ist zu einer soliden Marke ausgebaut worden und hat über den Foerderkreis Rheinischer Reitsport auch über den Kreisverband hinaus Signale gesetzt. Uwe Spenlen und sein Team haben mit den Turnieren auf der Insel Grafenwert langjährige Kontinuität bewiesen und mit Katharina Winkelhues hat der Verein eine Europameisterin, die im Jahr der Vereinsgründung 1978 sicher weder geplant noch angedacht war. Der ARC wird seine erfolgreiche Geschichte auch in Zukunft mit weiteren Veranstaltungen im Dressursport fortführen und seine Nachwuchsförderung ausbauen.